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.... die Frist zum Leben versäumt
Illegalisierte Jugendliche bilden einen Schwerpunkt
der Arbeit der Mobilen Jugendarbeit seit 1999. Bei Aktions- und
Informationsveranstaltungen auf der Universität und der Sozialakademie
sind immer wieder MitarbeiterInnen der Mobilen Jugendarbeit eingeladen
als ExperInnen zu dem Thema zu referieren.
Integriert aber nicht legalisiert
Über dreißig mobile JugendarbeiterInnen arbeiten in Wien
mit jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft, die sie in ihren
Lebenswelten (Parks, Lokale, öffentliche Treffpunkte,...) aufsuchen,
zu denen sie Kontakte herstellen und denen sie Unterstützung
anbieten.
Ein dringendes Anliegen der Mobilen Jugendarbeit ist, auf die vielfach
triste und oft ausweglose Situation jener Jugendlichen hinzuweisen,
die, obwohl integriert, doch ohne gültige Aufenthaltsberechtigung
in Österreich leben. Diese Jugendlichen sind an ihrer rechtlichen
Situation schuldlos. Oft verfügen sie aufgrund der Versäumnisse
ihrer Eltern nicht über die notwendigen Genehmigungen, und
sind ohne Aufenthaltsberechtigung und Arbeitsbewilligung vom gesellschaftlichen
Leben ausgeschlossen.
Die jahrelange Ungewissheit über ihren Status zermürbt
sie. Die ständige Angst vor einer Abschiebung hängt wie
ein Damoklesschwert über ihnen. Gründe genug mit der bisherigen
Praxis, für Einzelfälle zu intervenieren, Schluss zu machen
und eine generelle Lösung zu fordern. So wurde bereits im Herbst
1998 von der Mobilen Jugendarbeit Wien eine Petition mit folgenden
wichtigen Forderungen, gerichtet ans Innenministerium, verabschiedet.
Forderungen der Petition-
Jugendliche schuldlos ohne Aufenthaltsrecht
- Amnestie für integrierte, aber schuldlos illegal in Österreich
lebende Jugendliche und junge Erwachsene
- Aufenthaltsrecht für integrierte Jugendliche
- Unbeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt
- Ursachenbekämpfung (z.B.: Jugendliche nicht im Familienvisum)
- Keine Abschiebung während laufender Verfahren
- Teilnahme einer Jugendarbeiterin/ eines Jugendarbeiters am Integrationsausschuss
des Bundesministeriums für Inneres
Die gegenwärtige Gesetzeslage ist nicht im Interesse der Jugendlichen
und kann somit auch nicht im Interesse der Gesellschaft sein.
"Sanierte" Fälle
Nach wie vor werden Gespräche mit dem Innenministerium und der
Wiener Stadtregierung geführt. Die BetreiberInnen der "Petition
- Jugendliche schuldlos ohne Aufenthaltsrecht" verhandeln bereits
mit dem zweiten Innenminister.
Gemeinsam mit Beamtinnen und Beamten der zuständigen Abteilungen
werden Fälle illegalisierter besprochen und "saniert".
So der Fachjargon im Innenministerium für positive Fälle
- also jenen Personen, die Aufenthaltsrecht bekommen. Politische
Forderungen, die auf eine gesetzliche Änderung abzielen, wie
etwa eine Legalisierungsaktion für papierlose Jugendliche,
werden weiterhin abgelehnt.

Unterstützung für die Petition - "Papierlose Jugendliche"
Umfangreiche Unterstützung der Petition "Papierlose Jugendliche"
wird von Seiten des "Vereins Wiener Jugendzentren" gewährleistet,
der zu einer Gesetzesänderung auffordert. Sämtliche Wiener
Jugendzentren, sowie die aufsuchende Jugendarbeit und zahlreiche
andere Institutionen, stehen hinter der Forderung der Petition.
Im Wiener Landtag wurde das Thema "papierlose Jugendliche"
im Februar 99 behandelt. Ein Beschluss (Resolutions-)Antrag wurde
verabschiedet, in dem dem zuständigen Minister empfohlen wird,
integrierte Jugendliche zu legalisieren.

Weiterführung der Petitionsarbeit durch die Mobile Jugendarbeit
Insgesamt konnten über 100 Fälle "papierloser"
Jugendlicher gelöst werden, was keine unbedeutende Größe
ist. Nichts desto trotz werden sich die mobilen JugendarbeiterInnen
Wiens weiterhin vorrangig für eine Legalisierungsaktion und
eine Gesetztesänderung zu Gunsten papierloser Jugendlicher
engagieren.
Bei Fragen wenden sie sich bitte an die Einrichtungen der Mobilen
Jugendarbeit und an die Caritas, Frau Gabi Sommer (3109808).
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